KI-Strategie

EU AI Act für KMUs – was du jetzt tun musst

Der EU AI Act gilt seit Februar 2025. Was bedeutet das für dein KMU? Schulungspflicht, Bußgelder und wie du compliant wirst – einfach erklärt.

Florian Semmler
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Florian Semmler

ca. 5 Min. Lesezeit
EU AI Act für KMUs – was du jetzt tun musst

Seit dem 2. Februar 2025 ist der EU AI Act in Kraft – die europäische Verordnung über Künstliche Intelligenz. Und sie betrifft nicht nur Tech-Konzerne. Sie betrifft jedes Unternehmen, in dem Mitarbeitende KI-Tools nutzen. Also auch deines.

Trotzdem haben die meisten KMUs das Thema noch nicht auf dem Schirm. Dieser Artikel erklärt dir, was der AI Act für dein Unternehmen konkret bedeutet, was du tun musst und wie du es am einfachsten umsetzt.


Was ist der EU AI Act?

Der EU AI Act ist die weltweit erste umfassende Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Er regelt, wie KI in der EU entwickelt, eingesetzt und überwacht werden darf. Die Verordnung gilt unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten – also auch in Österreich und Deutschland.

Für die meisten KMUs ist dabei ein Artikel besonders relevant: Artikel 4 – die Pflicht zur KI-Kompetenz.


Was Artikel 4 für dein Unternehmen bedeutet

Artikel 4 des AI Act verpflichtet Unternehmen, sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden, die mit KI-Systemen arbeiten, über eine ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Das klingt abstrakt, ist aber sehr konkret:

Wenn jemand in deinem Team ChatGPT, Microsoft Copilot, Gemini, Claude oder ein anderes KI-Tool nutzt – egal ob in der Buchhaltung, im Vertrieb, im Marketing oder in der Geschäftsführung – dann bist du verpflichtet, dieser Person eine angemessene Schulung zu ermöglichen.

Das betrifft nicht nur die IT-Abteilung. Es betrifft alle, die KI nutzen. Und mal ehrlich: Wer nutzt heute noch kein KI-Tool?


Was passiert, wenn du nichts tust?

Der AI Act sieht empfindliche Bußgelder vor. Je nach Verstoß können Strafen zwischen 7,5 Millionen Euro und 35 Millionen Euro oder einem Prozentsatz des Jahresumsatzes verhängt werden.

Auch wenn die Durchsetzung in der Praxis erst anlaufen wird: Die Verordnung gilt jetzt. Und die Frage ist nicht ob, sondern wann die ersten Prüfungen kommen. Unternehmen, die nachweisen können, dass ihre Mitarbeitenden geschult sind, sind auf der sicheren Seite.


Wen betrifft die Schulungspflicht?

Die kurze Antwort: alle, die KI nutzen. Das umfasst in den meisten KMUs mehr Menschen, als man denkt. Geschäftsführer*innen, die KI für Entscheidungen oder Kommunikation nutzen. Führungskräfte, die KI-gestützte Reports oder Analysen verwenden. Mitarbeitende in Büro, Verwaltung, Kundenservice oder Marketing, die mit ChatGPT oder ähnlichen Tools arbeiten. HR-Verantwortliche, die KI im Recruiting einsetzen.

Die Schulungspflicht gilt unabhängig von der Unternehmensgröße. Ein Handwerksbetrieb mit 15 Mitarbeitenden ist genauso betroffen wie ein Produktionsunternehmen mit 200.


Was muss die Schulung beinhalten?

Der AI Act definiert nicht exakt, was eine „ausreichende KI-Kompetenz" ist. Aber aus dem Gesamtkontext der Verordnung lässt sich ableiten, was eine sinnvolle Schulung abdecken sollte:

Grundverständnis von KI: Was ist KI, wie funktioniert sie, was kann sie und was nicht?

Sicherer Umgang mit KI-Tools: Welche Daten darf ich eingeben? Welche nicht? Wie schütze ich Unternehmensgeheimnisse?

Datenschutz und Compliance: Rechtliche Stolperfallen, DSGVO im Kontext von KI, was der AI Act konkret verlangt.

Risiken erkennen: Bias und Diskriminierung durch KI, Fake News, Deepfakes, KI-gestützte Cyberangriffe.

Verantwortungsvoller Einsatz: Wann ist KI hilfreich, wann nicht? Wie überprüfe ich KI-Ergebnisse?


Wie kannst du die Schulungspflicht erfüllen?

Es gibt verschiedene Wege – von internen Workshops bis zu externen Schulungen. Der entscheidende Punkt ist: Du brauchst einen Nachweis. Wenn morgen jemand fragt, ob dein Unternehmen die Schulungspflicht erfüllt, musst du das belegen können.

Am einfachsten geht das mit einer zertifizierten Schulung, die ein offizielles Zertifikat ausstellt. Unsere KI-Zertifizierung am mediapool campus ist genau dafür entwickelt: 90 Minuten Videokurs, Multiple-Choice-Prüfung und ein offizielles Zertifikat als Nachweis. Der Kurs deckt alle relevanten Inhalte ab – von Datenschutz über Deepfakes bis zu sicherem Umgang mit KI-Tools. → Mehr zur KI-Zertifizierung

Für Teams gibt es gestaffelte Preise – ab 190 Euro pro Person bei größeren Gruppen.


Was solltest du als Geschäftsführer*in jetzt konkret tun?

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Finde heraus, wer in deinem Unternehmen KI-Tools nutzt. Das ist meistens mehr als du denkst. Frag nicht nur die IT, sondern alle Abteilungen.

Schritt 2: Schulung planen

Entscheide, wie du die Schulung umsetzen willst. Für die meisten KMUs ist ein externer Online-Kurs der schnellste und günstigste Weg. Wichtig: Die Schulung muss nachweisbar sein – also mit Zertifikat oder Teilnahmebestätigung.

Schritt 3: Richtlinien aufstellen

Neben der Schulung solltest du interne KI-Richtlinien einführen: Welche Tools dürfen genutzt werden? Welche Daten dürfen eingegeben werden? Wer ist Ansprechpartner*in bei Fragen? Das muss kein 20-Seiten-Dokument sein – eine klare, einfache Handreichung reicht.

Schritt 4: Dokumentation

Halte fest, wer wann geschult wurde. Bewahre die Zertifikate auf. Im Falle einer Prüfung musst du nachweisen können, dass du deiner Pflicht nachgekommen bist.

Schritt 5: Dranbleiben

KI entwickelt sich ständig weiter – und damit auch die Anforderungen. Plane regelmäßige Auffrischungen ein, mindestens einmal im Jahr. So bleibst du compliant und dein Team bleibt fit.


Betrifft der AI Act auch andere Bereiche meines Unternehmens?

Ja, potenziell. Der AI Act unterscheidet zwischen verschiedenen Risikostufen. Für die meisten KMUs ist Artikel 4 (KI-Kompetenz) der relevanteste Punkt. Aber wenn du KI in sensibleren Bereichen einsetzt – zum Beispiel für automatisierte Bewerberauswahl, Bonitätsprüfungen oder Gesundheitsdaten – können zusätzliche Pflichten gelten.

Eine KI-Beratung hilft dir, den vollen Umfang der Verordnung für dein Unternehmen zu bewerten. → Mehr zu unserer KI-Beratung


Gilt der AI Act auch für Unternehmen in Deutschland?

Ja. Der EU AI Act ist eine EU-Verordnung und gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten – also in Österreich und Deutschland gleichermaßen. Es braucht kein nationales Umsetzungsgesetz. Die Pflichten gelten ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens.


Ist die KI-Schulung förderbar?

Ja. Der mediapool campus ist ÖCERT-zertifiziert. Die KI-Zertifizierung ist mit bis zu 50 % förderbar – zum Beispiel über die FFG Skills Schecks oder die AMS-Qualifizierungsförderung. Wir helfen dir bei der Abwicklung.


Und was ist mit mir als Geschäftsführer*in?

Die Schulungspflicht nach Artikel 4 gilt für alle, die KI nutzen – also auch für dich. Aber als Geschäftsführer*in brauchst du mehr als das Basis-Wissen. Du musst KI strategisch einsetzen können, KI-Potenziale in deinem Unternehmen erkennen und die richtigen Entscheidungen treffen.

Dafür ist unser KI-Power-Programm gedacht: 8 Stunden Videokurs plus optionales Ausbildungs-Coaching über 6 Monate. Du lernst, eigene KI-Mitarbeiter zu bauen, Prozesse zu automatisieren und smartere Entscheidungen zu treffen. → Mehr zu KI-Power für Führungskräfte


FAQ

Artikel 4 (KI-Kompetenz) gilt seit dem 2. Februar 2025. Weitere Bestimmungen treten gestaffelt in Kraft.

Für Artikel 4 nicht. Die Pflicht zur KI-Kompetenz gilt bereits jetzt.

Mit einem offiziellen Zertifikat. Unsere KI-Zertifizierung am mediapool campus stellt genau diesen Nachweis aus.

Ja. Wir bieten Team-Buchungen und Firmenpakete an – bis hin zur Unternehmens-Flatrate für große Unternehmen.

Du willst sicherstellen, dass dein Unternehmen die Anforderungen des EU AI Act erfüllt? In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir, was du konkret tun musst.